
Hamburg triumphiert auf Berlinale
21.02.2026 | Goldener Bär für İlker Çatak
Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin begannen mit einem Eröffnungsfilm aus Hamburg – und enden mit einem Goldenen Bären für Hamburg: Der oscarnominierteRegisseur İlker Çatak gewinnt mit „Gelbe Briefe“ die höchste Auszeichnung der Berlinale. Insgesamt wurden drei MOIN-geförderte Filme geehrt: Sandra Hüller erhielt für ihre Rolle in „Rose“ den Silbernen Bären, „Der Heimatlose“ wurde mit dem Teddy Jury-Preis ausgezeichnet.
Insgesamt waren acht MOIN-geförderte Filme auf der diesjährigen Berlinale vertreten. Bereits zur Festivaleröffnung setzte Hamburg ein starkes Zeichen: Der Eröffnungsfilm „No Good Men“ von ShahrbanooSadat machte den Filmstandort gleich zu Beginn international sichtbar und spannte damit den Bogen zu einem krönenden Abschluss mit dem Goldenen Bären.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Eine große Auszeichnung für einen wichtigen Film. Ich gratuliere İlker Çatak zum Goldenen Bär für „Gelbe Briefe“. Der Film thematisiert die Freiheit der Künste und der Künstler in einer zunehmend autoritären Gesellschaft – und fokussiert damit auf eine der brennenden Fragen unserer Zeit. Unbedingte Seh-Empfehlung. Zusammen mit dem tollen Auftaktfilm „No Good Men“ von Shahrbanoo Sadat und dem Silbernen Bären für Sandra Hüller in „Rose“ eine Super-Bilanz für die MOIN Filmförderung und den Film aus Hamburg.“
Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung: „Mit dem Goldenen Bären unterstreicht İlker Çatak einmal mehr, dass er nach seiner Oscar-Nominierung im vergangenen Jahr zu den spannendsten Stimmen des internationalen Kinos zählt. Mit ‚Gelbe Briefe‘ ist ihm ein hochpolitischer und extrem aktueller Film gelungen, der diese höchste Auszeichnung völlig zurecht erhalten hat. Ein echtes Hamburg-Projekt mit 27 Drehtagen in der Hansestadt. Ein Silberner Bär ging an Sandra Hüller für ihre grandiose Performance im schwarz-weißen Historiendrama ‚Rose‘. Und Kai Stänickes ‚Der Heimatlose‘ gewann mehr als verdient den Teddy Jury-Preis. Wir schicken allen Filmteams unsere herzlichsten Glückwünsche!“
MEHR ZU DEN PREISEN:
Goldener Bär
Mit dem Goldenen Bären wird bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin der beste Langfilm im internationalen Wettbewerb ausgezeichnet. Er gilt als wichtigste Auszeichnung des Festivals und als eine der renommiertesten Ehrungen im internationalen Kino.
Silberner Bär – Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle
Mit diesem Preis würdigt die internationale Jury herausragende darstellerische Leistungen im Wettbewerb.
Teddy Jury Award
Der TEDDY ist der weltweit bedeutendste queereFilmpreis und wird im Rahmen der Berlinale vergeben. Der Jury Award zeichnet besonders herausragende künstlerische Beiträge aus und setzt ein starkes Zeichen für Vielfalt, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Relevanz.
MEHR ZU DEN FILMEN:
Gelbe Briefe
Mit „Gelbe Briefe“ (if… Productions Film, München) erzählt der Oscar-nominierte Regisseur İlker Çatak ein Drama aus der Türkei, das in Deutschland realisiert wurde. Gedreht wurde über drei Wochen hinweg in Hamburg. Der Film schildert die Geschichte des Künstlerehepaars Derya und Aziz aus Ankara, die über Nacht ins Visier des Staates geraten und ihre Arbeit und Wohnung verlieren. Zusammen mit ihrer Tochter gehen sie nach Istanbul, wo sie sich zwischen ihren Wertevorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.
Der Film wurde von der MOIN Filmförderung mit einer Fördersumme von 595.000 Euro unterstützt.
Rose
In der deutsch-österreichischen Koproduktion „Rose“ (ROW Pictures, Leipzig) führt die Handlung in ein protestantisches Dorf des 17. Jahrhunderts. Die Ankunft eines vernarbten Fremden (Sandra Hüller) sorgt dort für Misstrauen unter den Dorfbewohner*innen. Der Fremde erweist sich jedoch als fleißig und gottesfürchtig und wird Teil der Gemeinschaft – obwohl sein Wunsch nach Zugehörigkeit auf einer Lüge beruht. Regisseur Markus Schleinzer erzählt in seinem Historiendrama von einer Person, die als Frau geboren wurde, als Mann lebte und damit ein ganzes Dorf täuschte. Teile des Filmteams kommen aus Hamburg. Der Film wurde von der MOIN Filmförderung mit einer Fördersumme von 100.000 Euro unterstützt.
Der Heimatlose
Nach 14 Jahren kehrt Hein auf seine Heimatinsel zurück – doch das Dorf erkennt ihn nicht wieder. Selbst sein Kindheitsfreund distanziert sich von ihm. Ein Dorfgericht soll klären, ob Hein wirklich der ist, für den er sich ausgibt. Regisseur Kai Stänicke erzählt von Verdächtigungen, wachsenden Spannungen und Heins verzweifelter Suche nach Beweisen, die seine Erinnerungen bestätigen. „Der Heimatlose“ (Tamtam Film, Hamburg) hatte sieben Drehtage auf Sylt und wurde von der MOIN Filmförderung mit 560.000 Euro unterstützt. Teile der Crew – u.a. Seth Turner (Szenebild) und Stefanie Bieker (Kostüm) – kommen aus Hamburg.
Foto: Sandra Weller / Berlinale 2026
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