"No Good Men": Hamburger Regisseurin und Lübecker Produzentin eröffnen Berlinale
16.01.2026 | 76. Internationale Filmfestspiele Berlin

Hamburg/Lübeck/Berlin, 16.01.2026 – Die 76. Berlinale beginnt norddeutsch und international zugleich: Mit „No Good Men“ eröffnet am 12. Februar 2026 ein Film aus Hamburg und Schleswig-Holstein die diesjährigen Filmfestspiele. Die in Hamburg lebende afghanische Regisseurin Shahrbanoo Sadat sowie die Lübecker Produzentin Katja Adomeit setzen damit ein starkes Signal für den Film-Norden.
Shahrbanoo Sadats Spielfilme „Wolf and Sheep“ (2016) und „The Orphanage“ (2019) konnten bei den Filmfestspielen von Cannes bereits Erfolge feiern. Mit dem Eröffnungsfilm der Berlinale setzt die Regisseurin nun ihre internationale Erfolgsgeschichte fort. Die MOIN Filmförderung begleitet Sadats Filmschaffen seit ihrem Debüt „Not at Home“ aus dem Jahr 2014. Auch „No Good Men" wurde mit 354.000 Euro in der Produktion unterstützt.
Shahrbanoo Sadat lebt und arbeitet seit ihrer Evakuierung aus Afghanistan im August 2021 in Hamburg. Sie war bis 2025 Teilnehmerin des INTRO-Programms der Hamburger Behörde für Kultur und Medien. Das Programm fördert geflüchtete professionelle Künstler*innen in Hamburg, die nicht mehr in ihren Herkunftsländern arbeiten können.
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Was für eine tolle Nachricht! Dass die diesjährige Berlinale mit einem Film von Shahrbanoo Sadat eröffnet wird, garantiert dem Festival einen großartigen Start. Shahrbanoo Sadats künstlerisches Wirken ist geprägt von Mut, Kreativität und Leidenschaft. Sie nutzt die Kraft der Kunst, um bewegende Geschichten aus Afghanistan aus erster Hand zu erzählen. Die Entscheidung der Berlinale zeigt auch, dass Flucht nicht das Ende einer künstlerischen Karriere bedeuten muss: Shahrbanoo Sadat war bis 2025 Teilnehmerin des Programms INTRO, das geflüchteten Künstler*innen hilft, in Hamburg neue Netzwerke aufzubauen und weiter professionell arbeiten zu können. Offensichtlich erfolgreich.“
Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein: „Besser könnte die Berlinale kaum beginnen: Mit ‚No Good Men‘ eröffnet das Festival unter der Regie einer beeindruckenden Filmemacherin. Shahrbanoo Sadat hat bereits mit ihren früheren Werken gezeigt, wie eindrucksvoll sie Geschichten erzählt – und dass sie Hamburg als Ankerpunkt ihres kreativen Schaffens gewählt hat, ist für uns ein besonderes Highlight.“
Über „No Good Men“
Für ihren neuen Film „No Good Men“ hat Shahrbanoo Sadat auch in Hamburg gedreht und die Stadtteile Wilhelmsburg und Rothenburgsort in die afghanische Hauptstadt verwandelt – umgesetzt von der Hamburger Szenenbildnerin Marie-Luise Balzer. Das Drehbuch schrieb Sadat gemeinsam mit Anwar Hashimi, mit dem sie bei ihren früheren Projekten bereits zusammengearbeitet hat. Beide übernehmen in „No Good Men“ auch die Hauptrollen. Produziert wurde der Film von der Lübecker Produktionsfirma Adomeit Film.
Neben „Wolf and Sheep“ und „Kabul Kinderheim“ ist auch Sadats neuer Film Teil einer geplanten fünfteiligen Reihe, inspiriert von Hashimis unveröffentlichtem autobiografischen Buch und Sadats eigenen Lebenserfahrungen.
Die romantische Komödie spielt in Kabul kurz vor der Rückkehr der Taliban und erzählt die Geschichte der Kamerafrau Naru. Betrogen von ihrem Ex-Mann und im Kampf um das Sorgerecht ihres Kindes hat sie den Glauben an gute Männer verloren. Doch als sie den Reporter Qodrat kennenlernt, beginnt sie, ihre Überzeugungen infrage zu stellen: Gibt es vielleicht doch einen guten Mann da draußen?
Über das INTRO-Programm der Stadt Hamburg
Seit 2019 fördert die Behörde für Kultur und Medien mit dem Programm INTRO internationale Künstler*innen, die nicht mehr in ihren Herkunftsländern arbeiten können. Das Programm bringt Künstler*innen und Hamburger Kultureinrichtungen für eine einjährige Kooperation zusammen. In diesem Jahr haben die Künstler*innen Zeit, eigene Projekte umzusetzen, aber auch die Arbeitsweisen von Kultureinrichtungen kennenzulernen. Begleitet werden sie darüber hinaus mit einem umfassenden Fortbildungsprogramm. Hamburger Kultureinrichtung oder freie Gruppen aller Sparten können sich jedes Jahr gemeinsam mit einer Künstlerin oder einem Künstler für das Programm bewerben, eine Fachjury entscheidet über die Vergabe der Förderung.
Weiterführende Informationen unter https://www.hamburg.de/go/107188






