MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Erste OMNI-Zahlen machen Diversität in der Branche sichtbar

11.08.2026 | Neuer Report zu Vielfalt in der deutschen Film- und Fernsehbranche

Eine Frau steht an einem Rednerpult und schaut hinter sich auf eine Leinwand.
Prof. Dr. Skadi Loist präsentierte dieses Jahr erste Ergebnisse aus dem Report in München.

Das neue Umfragetool OMNI Inclusion Data misst seit Anfang 2025 die Vielfalt an deutschen Filmsets. Nun lassen sich erste Trends aus dem gerade veröffentlichten OMNI-Report ableiten: Der Umfrage zufolge ist das Geschlechterverhältnis in der TV- und Filmbranche quasi ausgeglichen. Dagegen sind Menschen mit Behinderung oder mit Migrationsgeschichte im Vergleich zum Bundesschnitt deutlich unterrepräsentiert.

Die OMNI-Daten werden kontinuierlich erfasst und ab nun in jährlichen Studien veröffentlicht.

Im ersten Jahr haben 55 Film- und TV-Projekte an OMNI teilgenommen, darunter fünf Kinofilme, elf Streamingprojekte, sieben Studierendenprojekte und 32 Fernsehproduktionen. Insgesamt 4.002 Mitglieder aus Cast und Crew wurden zur Umfrage eingeladen, wovon 823 die Umfrage vollständig ausgefüllt haben. Die Rücklaufquote liegt somit im ersten Jahr der OMNI-Erhebung bei 20,6 Prozent, ein wichtiger Grundstock für weitere Erhebungen. Zum Vergleich: Das britische System Diamond erreichte im ersten Jahr eine Teilnahmequote von 25 Prozent.

Helge Albers, Geschäftsführer MOIN Filmförderung: „Der erste OMNI Report ist da – und damit der erste richtige Blick in den Maschinenraum dieses Langzeitprojekts. Und das ist erst der Anfang: Ab jetzt erscheint dieser Report jährlich. Damit wir aber wirklich in die Tiefe blicken können, brauchen wir die gesamte Branche. Darum mein Aufruf an alle: Macht bei OMNI mit, damit wir gemeinsam zeigen können, was zählt.”

Laut bisherigem Rücklauf ist das Geschlechterverhältnis quasi ausgeglichen und 20,5 Prozent der Befragten bezeichnen sich als queer – im Vergleich zu 12 Prozent bundesweit. Menschen mit Behinderung (4,5 Prozent, Bundesschnitt 9 Prozent) oder mit Migrationsgeschichte (16,8 Prozent, Bundesschnitt 30,4 Prozent) sind in der Film- und TV-Branche laut den ersten OMNI-Ergebnissen bislang deutlich unterrepräsentiert. Auffällig ist gemäß der Studie der hohe Bildungsstand in der Branche: Knapp 90 Prozent der Befragten haben mindestens (Fach-)Abitur, die Hälfte einen Studienabschluss. Außerdem liegen zum ersten Mal Daten zu Care-Verpflichtungen, Ost/West-Sozialisation oder Bildungshintergrund vor. 

Prof. Dr. Skadi Loist, NTNU Trondheim, Autor*in des OMNI-Reports: „Die Datenerhebung durch OMNI macht eine neue Form des Branchenmonitorings möglich. Da viele verschiedene Identitätsmerkmale erhoben werden, bekommen wir einen wirklich vielschichtigen Blick auf die Branche. Und anders als in vielen anderen Studien werden diese Merkmale nicht über externe Zuschreibungen erhoben, sondern direkt im Rahmen einer Selbstauskunft der Teilnehmenden – so bekommen wir ein nuancierteres Bild.“

Den vollständigen OMNI Report findet ihr hier.

Die Plattform OMNI Inclusion Data wird möglich gemacht durch ein breites Partner*innennetzwerk bestehend aus Filmförderungsanstalt (FFA), Netflix, Österreichisches Filminstitut (ÖFI), Hessen Film & Medien, Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG), nordmedia – Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH, ARD Degeto Film GmbH, Bavaria Film GmbH, Warner Bros. ITVP Deutschland GmbH und Constantin Film Produktion GmbH. OMNI wurde entwickelt mithilfe eines breiten Branchenbeirats und unterliegt den Bestimmungen der DSGVO.

Der OMNI Report mit Kontextualisierung wurde erstellt von Prof. Dr. Skadi Loist (NTNU Trondheim) mit Inga Becker (OMNI) für MOIN Filmförderung. Die Daten und Auswertungen wurden bereitgestellt durch The Everyone Project Limited, Ireland.

OMNI ist auch auf LinkedIn und Instagram aktiv, um über aktuelle Entwicklungen zu informieren und den Austausch mit der Branche weiter zu stärken

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