Oscars, Cannes, Silberne Lola und Goldener Bär – ein außergewöhnliches Filmjahr liegt hinter uns. Dank einer Etaterhöhung um fünf Millionen Euro konnte der Filmstandort in den vergangenen zwölf Monaten seine ganze Strahlkraft zeigen. Dazu gab es bei MOIN neue Formate, neue Partnerschaften und neue Großprojekte. Folgt uns in den neuen Jahresbericht!
Auf einen Blick
Geförderte Projekte 2025
MOIN im Aufwind
Ein Fest für die Film- und Kinobranche: Für die Beatles-Serie „Hamburg Days“ über die Anfangstage der Band in Hamburg gab es eine Rekordfördersumme von 1,3 Millionen Euro. Mit CineHamburg findet 2026 ein zukunftsweisendes Branchenevent zum ersten Mal in Hamburg statt. MOIN und PUBLIKUM.io starten ein Pilotprogramm zur Stärkung der publikumsnahen Stoffentwicklung mit Hilfe von KI. Und wir haben im Rahmen der Hamburger Kinopreise 2025 den Kinobonus mit zusätzlichen 100.000 Euro an Fördermitteln eingeführt. Da ist einiges los im Film-Norden!
İlker Çatak holte mit „Gelbe Briefe“ den Hauptpreis der Berlinale in die Hansestadt. Fatih Akin brachte mit dem Cannes-Film „Amrum“ so viele Menschen in die deutschen Kinos wie kein anderer Arthousefilm 2025. Und mit Mohammad Rasoulofs „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ kam bereits im zweiten Jahr in Folge der deutsche Oscar-Beitrag aus Hamburg. Ein großartiges Kinojahr für die norddeutsche Filmbranche.
Weitere Auszeichnungen:
Rosanne Pels „Donkey Days“ feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb von Locarno, anschließend folgte die Deutschlandpremiere beim Filmfest Hamburg.
Der Coming of Age-Film "Short Summer" von Nastia Korkia wurde beim Filmfest von Locarno mit dem „Lion of the Future“ für den besten Debütfilm ausgezeichnet.
Die Zwillingsbrüder Arab und Tarzan Nasser konnten dieses Jahr in Cannes den Regiepreis für "Once Upon a Time in Gaza" in der Sektion „Un Certain Regard“ mit nach Hause nehmen.
Der von Fabian&Fred aus Hamburg produzierte Kurzfilm "Mama Micra" hat sich 2025 für eine Oscar-Einreichung qualifiziert und lief auf zahlreichen Festivals.
Das Drama "Smalltown Girl" der Schleswig-Holsteinerin Hille Norden mit Dana Herfurth in der Hauptrolle feierte Weltpremiere beim Filmfest Hamburg.
Gedreht auf einer Hallig in Schleswig-Holstein: Ameer Fakher Eldins "Yunan" lief im Wettbewerb der Berlinale 2025.
Frisches Geld für große Geschichten
Mit zusätzlichen fünf Millionen Euro stieg der Etat der MOIN Filmförderung im Jahr 2025 auf insgesamt 21,2 Millionen Euro an. Neben der Projektförderung unterstützen wir damit unter anderem auch das Filmfest Hamburg, die Film-Unis Hamburg Media School und HFBK Hamburg oder finanzieren neue Programme wie das Nordic NEST oder die Diversity-Plattform OMNI Inclusion Data.
Gesellschafter*innen der MOIN Filmförderung sind die Freie und Hansestadt Hamburg und das Land Schleswig-Holstein. Weitere Gelder kommen von NDR, ZDF und aus einem festgelegten Teil des Rundfunkbeitrags.
Der Haushalt 2025
Euro (Mio.) | |
|---|---|
Freie und Hansestadt Hamburg | 13 |
Land Schleswig-Holstein | 1,2 |
Medienstaatsvertrag | 2,5 |
NDR | 1,2 |
ZDF | 1,2 |
Rückflüsse, Rückgaben und sonst. Mittel | 2,1 |
Gesamt | 21,2 |
1 Euro rein, 3 Euro raus
Wie aus einem Euro drei wurden. 2025 kamen für jeden Fördereuro fast drei Euro wieder zurück in den Film-Norden. Warum? Alle unsere geförderten Produktionen müssen mindestens 150 Prozent ihrer Fördersumme in Hamburg und Schleswig-Holstein ausgeben. In der Regel investieren sie sogar mehr: 2025 waren es 294 Prozent der gesamten Fördersumme.
Im vergangenen Jahr konnten 60 geförderte Projekte erfolgreich abgeschlossen und abgerechnet werden. Aus 7,6 Millionen Euro Fördermitteln wurden 22,4 Millionen Euro, die direkt in Hamburg und Schleswig-Holstein investiert wurden. So hat jeder von uns eingesetzte Euro 2,94 Euro für die regionale Wirtschaft bewegt.
Regionaleffekt
Euro (Mio.) | |
|---|---|
Fördermittel | 7,6 |
Einnahmen für die Region | 22,4 |
Regionaleffekt | 294 % |
Der Norden spielt die Hauptrolle
Wartet hier bereits der nächste deutsche Arthouse-Film des Jahres? Hamburgs Kultregisseur Fatih Akin drehte vergangenen Sommer seinen neuen Film „Geister“ an über 40 Tagen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Regisseurin und Autorin Doris Dörrie hatte mit „Frau Winkler verlässt das Haus“ 24 Drehtage in der Förderregion. Sönke Wortmann drehte „Die Ältern“ mit Sebastian Bezzel u.a. in Volksdorf und an der Außenalster – und Regisseur Lars Jessen war mit Hauptdarsteller Charly Hübner für „Spaziergang nach Syrakus“ mehrere Tage im Wassertank bei OffTec in Schleswig-Holstein zu Gast.
Drehtage
Im Jahr 2025 kamen 1.572 Drehtage im Film-Norden zusammen, davon 313 in Schleswig-Holstein und 1.259 in Hamburg, dabei sind 18 geförderte Kinofilme und eine Highend-Serie bei uns entstanden.
Drehtage | |
|---|---|
Hamburg | 1.259 |
Schleswig-Holstein | 313 |
Gesamt | 1.572 |
Kino ist unser Zuhause
Eine kleine Welt ganz groß: Die höchte Fördersumme für einen Kinofilm ging im Jahr 2025 an "Miniatur Wunderland". Der Familienfilm, produziert von Letterbox Filmproduktion unter der Regie von Félix Koch, wird im Sommer 2026 rund drei Wochen in Hamburg gedreht. Auch im Animationsbereich haben wir starke Projekte gefördert – unter anderem "The Amazing Maurice 2 - The Waters of Life" unter der Regie von Toby Genkel mit 470 Animationstagen in Hamburg.
Der Norden und seine Geschichten machen sich auf der Kinoleinwand einfach richtig gut – deshalb ging mit 9,2 Millionen Euro ein Großteil unseres Förderbudgets an Kinoproduktionen.
Produktionsförderung Kinofilm
Anzahl | Euro | |
|---|---|---|
Spielfilm | 19 | 8.191.251 |
Kurzfilm | 12 | 478.051 |
Dokumentarfilm | 13 | 545.000 |
Gesamt | 44 | 9.214.302 |
Aus den 9,2 Millionen Euro entstehen in den kommenden Jahren 60 Kinofilme. Bereits abgedreht: "Minotaurus" von Andrei Zvyagintsev, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2026 ins Rennen um die Goldene Palme geht.
Wir setzen den Filmnorden auf die Kinokarte
2025 konnten wir 27 Filme mit knapp 980.000 Euro bei ihren Kinostarts unterstützen. Weitere 124.500 Euro gab es für 23 Grundausstattungen und besondere Maßnahmen. Mit den Berlinale-Filmen "Trial of Hein" von Kai Stänicke, "Rose" mit Sandra Hüller und "Roya" von Mahnaz Mohammadi warten in der erste Jahreshälfte 2026 wieder spannende Kinostarts auf uns.
Kommende Kinostarts
Der Dokumentarfilm „Niñxs“ von Kani Lapuerta feierte seine Weltpremiere auf dem Dokumentarfilmfestival Vision du Rée.
"Meine Freundin Conni – Abenteuer mit Kranich Klaus" ist ein Abenteuer für die kleinen Kinofans: Wird Conni es schaffen, dass Kranich Klaus rechtzeitig mit den Zugvögeln nach Süden fliegen kann?
"Rose": Eine große schauspielerische Leistung von Sandra Hüller: Dafür gab es bei der Berlinale den Silbernen Bären.
Der Film um die iranische Lehrerin „Roya“ wurde von PakFilm aus Hamburg heraus produziert.
Bei der Berlinale 2026 gab es für "Der Heimatlose" den Teddy Jury-Preis.
Das Star-Ensemble in "Adams Acht" um Oliver Masucci und Felix Kammerer hatte neun Drehtage in Ratzeburg.
Grenzenlos gute Geschichten
MOIN, die FFA und die Five Nordics gehen neue Wege bei der Drehbuchentwicklung: Das Nordic NEST startete mit einem Kickoff-Event beim Filmfest Hamburg 2025 und brachte 60 Produzent*innen aus Deutschland und den nordischen Ländern zusammen. Im Januar 2026 folgte der Nordic NEST Space, bei dem zehn Autor*innen aus Deutschland und den nordischen Ländern gemeinsam an der Ostsee an ihren Ideen abeiteten. Beim Göteborg Filmfestival trafen die Produzent*innen und Autor*innen dann bei einem Matchmaking-Event das erste Mal aufeinander.
Mittlerweile haben sich acht Teams aus nordisch-deutschen Produzent*innen und Autor*innen zusammengefunden – jedes Team erhält 20.000 Euro Treatmentförderung. Den besten drei Projekten, die bei den Filmfestspielen von Cannes präsentiert werden, winken weitere 60.000 Euro.
Talente auf Nordkurs
Ganz egal ob MOIN Talents, Cannes Talents oder Nordlichter-Programm: Bei MOIN richten wir einen besonderen Fokus auf die gezielte Förderung von Nachwuchstalenten.
Bereits zum zweiten Mal haben wir 2025 das MOIN Talents-Programm ausgeschrieben, bei dem junge Filmschaffende ein Jahr lang mit individuellen Coaching- und Weiterbildungsangeboten von uns begleitet werden. Bei Cannes Talents schicken wir gemeinsam mit nordmedia vier Nachwuchstalente an die Croisette, die hier die Möglichkeit haben zu Netzwerken, eigene Projekte weiterzuentwickeln und wertvolle Einblicke in die Branche zu gewinnen.
Und ein Jubiläum gab es in den letzten Monaten auch: Das Nordlichter-Programm, das wir gemeinsam mit dem NDR und nordmedia ausschreiben, ging in die zehnte Runde. Erneut haben junge Filmemacher*innen die Chance, ihr fiktionales Debütprojekt mit einer Förderung von 1,15 Mio. Euro je Projekt zu realisieren.
OMNI: Vielfalt messbar machen
Deutschland, wir kommen! Nachdem wir die Pilotphase erfolgreich abschließen konnten, ist unsere Plattform OMNI Inclusion Data seit der Berlinale 2025 für alle Produktionsfirmen, Förderinstitutionen, Sender und Plattformen offen. Hinter OMNI verbirgt sich eine einfache und schnelle Online-Umfrage, mit der Cast & Crew ihre Daten DSGVO-konform zur Verfügung stellen können. Diese werden gesammelt, ausgewertet und regelmäßig in anonymen Berichten veröffentlicht.
Wir fördern gleiche Förderung
Ein Ziel, das wir fest im Blick haben: Weibliche Filmschaffende sollen genauso viel Förderung von uns erhalten wie männliche. 2025 haben wir im Bereich Produktion 37 Regisseurinnen und 31 Regisseure gefördert. Alle Zahlen zur Struktur unserer Gremien, unseres Teams und zu unseren Förderentscheidungen stehen in unserer Diversity-Übersicht.
geförderte Regisseur*innen | in Prozent |
|---|---|
weiblich | 54 |
männlich | 46 |
MOINtastische Momente
Die Förderung von Filmen und Serien ist unser Kerngeschäft – doch es passieren auch viele andere spannende Dinge in unserem Förderkosmos: Wahlhamburger Mohammad Rasoulof durfte sich ins goldene Buch der Stadt Hamburg eintragen. Unser Programm für Quereinsteiger GetOnSet, das wir gemeinsam mit der HMS und der Stadt Hamburg ausrichten, ging in die nächste Runde. Und gemeinsam mit Planet Narratives haben wir ein Forschungsstipendium ausgeschrieben: Kommunikations-Wissenschaftler Dr. Daniel Possler ging der Frage nach, wie sich inspirierende Zukunftsvisionen in Unterhaltungsmedien auf die ökologische Transformation unserer Gesellschaft auswirken.
Die Crew
Gremium High End
Murat Isgüder
Movie Consult, Geschäftsführung, Hamburg
Ole Kampovski
NDR, Leitung der Abteilung Film, Familie und Serie, Hamburg
Wenka von Mikulicz
DCM Pictures, Head of Development, Berlin
Caroline von Senden
ZDF, Redaktionsleitung Fernsehfilm I, Mainz
Ipek Zübert
Drehbuchautorin, Berlin
Helge Albers
MOIN Filmförderung, Geschäftsführung, Hamburg
STELLVERTRETER*INNEN
Leila Hamid
X-Verleih, Vorstand, Berlin
Stefanie Ren
Drehbuchautorin, Berlin
Soleen Yusef
Autorin/Regisseurin, Berlin
Gremium Director's Cut
Vanessa Ciszewski
Produzentin, Verleiherin, Berlin
Anita Elsani
Elsani Film, Geschäftsführung, Köln
Sara Fazilat
Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Berlin
Gabor Greiner
Films Boutique, COO, Berlin
Timo Großpietsch
NDR, Redakteur Dokumentationen & Reportagen, Hamburg
Helge Albers
MOIN Filmförderung, Geschäftsführung, Hamburg
STELLVERTRETER*INNEN
Ali Samadi Ahadi
Little Dream Entertainment, Regisseur, Produzent, Köln
Sarah Blaßkiewitz
Regisseurin, Berlin
Britta Knöller
23/5 Filmproduktion, Geschäftsführung, Berlin
Ann Carolin Renninger
joon film, Geschäftsführung, Berlin
Mia Spengler
Autorin, Regisseurin, Hamburg
Sabine Steyer-Violet
Autorin, Producerin, Musikberaterin, Berlin
Gremium Kurzfilm
Johanna Jannsen
Autorin, Regisseurin, Flensburg
Friedrich Tiedtke
Autor, Regisseur, Berlin
Insa Wiese
Start Into Media, Partner- und Projektmanagement, München
Nicola Jones
MOIN Filmförderung, Standortleitung, Kiel
STELLVERTRETER*IN
Sophia Ayissi Nsegue
Autorin und Producerin, Hamburg
Gremium Innovativ
Ralph Heinsohn
Designer, Produzent und Kurator immersiver Medien, Kiel
Britta Schewe
gretegrote Internetproduktion UG, Geschäftsführerin, Hamburg/Berlin
Ulrich Schrauth
VRHAM! Virtual Reality & Arts Festival, Leiter, Hamburg
Nicola Jones
MOIN Filmförderung, Standortleitung, Kiel
STELLVERTRETER*IN
Lars Rummel
Künstler*in und Kurator*in für immersive Medien, Leipzig
Aufsichtsrat
Dr. Carsten Brosda (Vorsitzender)
Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg
Guido Wendt
Staatssekretär Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein (BiMi SH)
Frank Beckmann
NDR Hamburg, Programmdirektor Geschäftsbereich 2
Prof. Bettina Reitz
Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München
Peter Schauerte
Geschäftsführer AllScreens & Präsident der SPIO, Berlin
Jana Schiedek
Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg
Kristina Trapp
Geschäftsführerin von EAVE
Tobias Würkert
Jurist, ZDF-Justiziariat, Mainz
MOIN Team
Helge Albers, Jan Asmus, Joelle Bavoux, Inga Becker, Victoria Benke, Meike Bockelmann, Sonja Collison, Mathieu Dolenc, Birgit Durbahn, Sainabu Fye, Julia Gläsker, Heike Goede, Claudia Hartmann, Robert Heins, Anneke Hoffmann, Nicola Jones, Karen aus dem Kahmen, Jens Kiefer, Alexandra Luetkens, Katrin Mersmann, Ann-Kathrin Meyer, Lorenz Müller, Theresa Noll, Katharina Paul, Franco Razeto Barceló, Deborah Reinmüller, Reiner Rosner, Sabine Schmidt, Christiane Scholz, Daniel Szewczyk, Paulina Toenne, Jana Ziebart